Weltwirtschaftsgipfel: Gleichberechtigung noch in keinem Land der Welt erreichtCEO von Plan International ruft Unternehmen in Davos auf, sich mehr für die Rechte von Mädchen und Frauen einzusetzen

Hamburg (ots) – Geschlechterdiskriminierung beenden und Frauen und Mädchen in allen Bereichen des Lebens die gleichen Rechte einräumen wie Männern – darauf hatten sich die Staaten der Vereinten Nationen mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) in der Agenda 2030 geeinigt. Doch kein einziges Land wird dieses Ziel in naher Zukunft erreichen – darauf weist Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, mit Blick auf das diesjährige Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) vom 23. bis 26. Januar 2018 in Davos hin: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir es bis 2030 niemals schaffen, dass Mädchen und Frauen endlich die gleichen Rechte wahrnehmen können wie die Männer.“

Gelingen kann dies nur, wenn wir dafür die richtigen Ansätze finden, wie Maike Röttger betont: „Ein entscheidender Faktor, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht, ist Bildung. Nur durch Bildung und einen qualifizierten Schulabschluss haben junge Mädchen die Chance, später unabhängig und stark durchs Leben zu gehen und für ihre Rechte einzustehen.“ Das ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass 130 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen.

Laut einer Studie des WEF zur Gender Gap wird es noch 85 bis 100 Jahre dauern, bis wir echte Gleichberechtigung erreichen. Denn selbst in Staaten wie Deutschland, Finnland, der Schweiz oder den USA, die weltweit als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung gelten, herrschen weiterhin diskriminierende Genderstereotype, die Frauen und Mädchen in verschiedenen Bereichen des Lebens benachteiligen. So ist laut der Studie ein Fünftel (20 Prozent) der deutschen Männer der Ansicht, dass sie im Falle einer Jobknappheit mehr Anrecht auf eine Stelle haben als eine Frau. In Finnland sind nur 23 Prozent der Studierenden in den Fächern Technologie, Ingenieurswissenschaften oder Mathematik Frauen. Und in Belgien gaben 81 Prozent der Frauen an, sich täglich um den Haushalt zu kümmern, während es bei den Männern nur 33 Prozent waren.

Bei dem internationalen Gipfeltreffen in der Schweiz kommen jedes Jahr Staatschefs, Führungskräfte und Experten aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über globale Themen zu diskutieren. Auch Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International, ist in diesem Jahr als eine der wenigen Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen zu Gast. In ihrer Rede fordert sie Unternehmen dazu auf, sich mehr für die Gleichberechtigung einzusetzen – zum Beispiel, indem sie auf sexistische Werbung verzichten, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld mit flexiblen Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter schaffen oder Mentoring-Programme für Frauen und Mädchen – vor allem in männerdominierten Bereichen wie IT, Technologie und Wissenschaft – anbieten.

Denn: „Der private Sektor spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Bekämpfung von diskriminierenden Geschlechterstereotypen geht. Nur wenn Unternehmen, Zivilgesellschaft, Regierung und die Medien zusammenarbeiten, können wir echte Veränderungen bewirken“, sagt Albrectsen.

Veränderungen, die sich am Ende auch positiv auf die Wirtschaft auswirken: Wenn es gelänge, die Kluft zwischen den Geschlechtern in der Berufswelt weltweit um 25 Prozent zu verringern, könnte dadurch das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,3 Billionen US Dollar gesteigert werden. Wenn Frauen innerhalb Europas die gleiche Anzahl an digitalen Jobs besetzen würden wie Männer, könnten sie das BIP in Europa um 9 Milliarden US Dollar steigern.

Quellen:

- Global Gender Gap Report 2017, 
  https://www.weforum.org/reports/the-global-gender-gap-report-2017
- "The missing target. Changing beliefs and behaviours to deliver 
  gender equality" - Bericht von Plan International zur weltweiten
  Situation der Gleichberechtigung, 2018. 

Für Interview-Anfragen sowie Fotos und weitere Informationen wenden
Sie sich an:

Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str.
70, 22305 Hamburg
– Sabine Marxen, Leiterin des Presseteams, Tel. 040 – 61140-278
– Anabela Brandao, Pressereferentin, Tel. 040 – 61140-146,
presse@plan.de

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Historischer Geschäftsabschluss zwischen Panacea Biotec und Serum Institute of India

Neu-Delhi und Pune, Indien (ots/PRNewswire) – Panacea Biotec Ltd. (PBL), Indiens führendes Biopharma-Unternehmen und einer der größten Hersteller von Impfstoffen, hat zwei langfristige Kooperationsverträge mit Serum Institute of India Pvt. Ltd. (SII) (weltgrößter Hersteller von Impfstoffen) und SIIs hundertprozentiger Tochtergesellschaft Bilthovan Biologicals B.V. (BBIO) unterzeichnet.

(Photo: https://mma.prnewswire.com/media/630957/Panacea_Biotec_Dr_Rajesh_Jain.jpg )

(Photo: https://mma.prnewswire.com/media/630959/Serum_Institute_Adar_Poonawalla.jpg )

(Photo: https://mma.prnewswire.com/media/630958/Panacea_Biotec_EasySix.jpg )

Mit dem Vertrag erwirbt SII die Rechte für Herstellung und Verkauf des flüssigen Ganzkeim-Pertussis- (wP) und Salkvakzin-basierten Inaktivierter-Poliomyelitis-Impfstoff-(IPV-)basierten Sechsfach-Impfstoffs (DTwP-HepB-Hib-IPV), ein neuartiges Produkt in dieser Kategorie, das von PBL entwickelt und kommerzialisiert wurde.

- SII wird PBL mit IPV-Bulkware beliefern, ein wichtiger Bestandteil 
  des Sechsfach-Impfstoffs. Dieser stammt von seiner 
  hundertprozentigen Tochtergesellschaft BBIO Netherlands, wo die 
  Technologie zur IPV-Herstellung vorhanden ist. Vormals besaßen 
  weltweit nur drei Impfstoffhersteller diese Fähigkeit.
- In den kommenden zwei Jahren werden sich SII und PBL gemeinsam 
  dafür einsetzen, diesen wP-IPV-basierten Sechsfach-Impfstoff in das
  nationale Impfprogramm der indischen Regierung sowie Impfprogramme 
  in Entwicklungsländern einzubringen. Dies sieht eine enge 
  Zusammenarbeit mit einflussreichen Interessenvertretern vor, 
  darunter WHO, GAVI, BMGF und andere UN-Agenturen. 

Nach Worten von Dr. Rajesh Jain, Joint Managing Director von PBL, werden Millionen Kinder in Entwicklungsländern mit einer jährlichen Geburtskohorte von ca. 121 Mio. einfachen Zugang zu einem flüssigen Sechsfach-Impfstoff erhalten, der sechs äußerst wichtige Antigene zum Schutz vor sechs gefürchteten Krankheiten enthält: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Haemophilus influenzae Typ B und Kinderlähmung.

Es wird erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach IPV-/IPV-haltigen Impfstoffen stark ansteigen wird — von ca. 100 Mio. im Jahr 2020 (bis dahin bestehen Lieferengpässe) auf 250-350 Mio. Dosen pro Jahr ab 2022, je nach Impfplan (zwei oder drei Injektionen). Im April 2017 hat der Strategische Beirat für Immunisierungsfragen (SAGE) empfohlen, mindestens 2 IPV-Dosen in den routinemäßigen Impfplan der Länder nach Ablösung der Schluckimpfung aufzunehmen.

Aufgrund von IPV-Lieferengpässen seit 2015 wurden nur 52 % des vorgesehenen Impfstoffs an die UN-Agenturen geliefert. Dies hat dazu geführt, dass 18 der 70 IPV-Förderländer mit genehmigter GAVI-Unterstützung IPV nicht in ihre Impfstrategie aufnehmen konnten und bei weiteren 15 Ländern Unterbrechungen auftraten.

Adar C. Poonawalla, C.E.O. & Executive Director von SII, sagte: „Dies ist ein historischer Vertragsabschluss, bei dem sich zwei große indische Impfstoffhersteller zusammenschließen, um Bedarfslücken des privaten und öffentlichen Markts auf globaler Ebene zu schließen. Dieser Sechsfach-Impfstoff hat in den kommenden 3-4 Jahren ein Potenzial von mehr als 250 Millionen Dosen mit einem jährlichen Marktvolumen von über 1,25 Milliarden $.“

R K Suri, Senior Advisor und Vermittler des Megadeals zwischen den zwei großen Impfstoffherstellern, sagte: „Damit wird ein neues Zeitalter im Impfstoffgeschäft eingeläutet. Das neue Geschäftsmodell lautet ‚Kollaboration und Wettbewerb‘.“

Weitere Informationen zu Panacea Biotec finden Sie unter http://www.panaceabiotec.com. Weitere Informationen zu SII finden Sie unter http://www.seruminstitute.com.

Pressekontakt:

erhaltenSie von:
P. D. Karan
VP – Corporate Communication & Business Development
+91-9312-693-040
pdkaran@panaceabiotec.com

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Gelingen kann dies nur, wenn wir dafür die richtigen Ansätze finden, wie Maike Röttger betont: „Ein entscheidender Faktor, wenn es um das Thema Gleichberechtigung geht, ist Bildung. Nur durch Bildung und einen qualifizierten Schulabschluss haben junge Mädchen die Chance, später unabhängig und stark durchs Leben zu gehen und für ihre Rechte einzustehen.“ Das ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass 130 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen.

Laut einer Studie des WEF zur Gender Gap wird es noch 85 bis 100 Jahre dauern, bis wir echte Gleichberechtigung erreichen. Denn selbst in Staaten wie Deutschland, Finnland, der Schweiz oder den USA, die weltweit als Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung gelten, herrschen weiterhin diskriminierende Genderstereotype, die Frauen und Mädchen in verschiedenen Bereichen des Lebens benachteiligen. So ist laut der Studie ein Fünftel (20 Prozent) der deutschen Männer der Ansicht, dass sie im Falle einer Jobknappheit mehr Anrecht auf eine Stelle haben als eine Frau. In Finnland sind nur 23 Prozent der Studierenden in den Fächern Technologie, Ingenieurswissenschaften oder Mathematik Frauen. Und in Belgien gaben 81 Prozent der Frauen an, sich täglich um den Haushalt zu kümmern, während es bei den Männern nur 33 Prozent waren.

Bei dem internationalen Gipfeltreffen in der Schweiz kommen jedes Jahr Staatschefs, Führungskräfte und Experten aus Politik und Wirtschaft zusammen, um über globale Themen zu diskutieren. Auch Anne-Birgitte Albrectsen, CEO von Plan International, ist in diesem Jahr als eine der wenigen Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen zu Gast. In ihrer Rede fordert sie Unternehmen dazu auf, sich mehr für die Gleichberechtigung einzusetzen – zum Beispiel, indem sie auf sexistische Werbung verzichten, ein familienfreundliches Arbeitsumfeld mit flexiblen Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter schaffen oder Mentoring-Programme für Frauen und Mädchen – vor allem in männerdominierten Bereichen wie IT, Technologie und Wissenschaft – anbieten.

Denn: „Der private Sektor spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Bekämpfung von diskriminierenden Geschlechterstereotypen geht. Nur wenn Unternehmen, Zivilgesellschaft, Regierung und die Medien zusammenarbeiten, können wir echte Veränderungen bewirken“, sagt Albrectsen.

Veränderungen, die sich am Ende auch positiv auf die Wirtschaft auswirken: Wenn es gelänge, die Kluft zwischen den Geschlechtern in der Berufswelt weltweit um 25 Prozent zu verringern, könnte dadurch das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,3 Billionen US Dollar gesteigert werden. Wenn Frauen innerhalb Europas die gleiche Anzahl an digitalen Jobs besetzen würden wie Männer, könnten sie das BIP in Europa um 9 Milliarden US Dollar steigern.

Quellen:

- Global Gender Gap Report 2017, 
  https://www.weforum.org/reports/the-global-gender-gap-report-2017
- "The missing target. Changing beliefs and behaviours to deliver 
  gender equality" - Bericht von Plan International zur weltweiten
  Situation der Gleichberechtigung, 2018. 

Für Interview-Anfragen sowie Fotos und weitere Informationen wenden
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Plan International Deutschland e.V., Kommunikation, Bramfelder Str.
70, 22305 Hamburg
– Sabine Marxen, Leiterin des Presseteams, Tel. 040 – 61140-278
– Anabela Brandao, Pressereferentin, Tel. 040 – 61140-146,
presse@plan.de

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Brandenburger Bioeier aus Massenproduktion

Berlin (ots) – Bioeier aus Brandenburg stammen vorwiegend aus der Massenproduktion.

Nach rbb-Recherchen werden ca. 90 Prozent der brandenburgischen Bio-Legehennen in Stallanlagen mit 30.000 Tieren und mehr gehalten.

Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch kritisiert diese Massentierhaltung mit Ökosiegel. Sie sei rechtlich möglich, weil die Vorgaben der EU-Bioverordnung in Deutschland durch die Länderbehörden aufgeweicht wurden. „Das durchschnittliche deutsche Biohuhn kommt inzwischen aus einem Großbetrieb“, sagt Luise Molling von foodwatch. Das sei fernab von dem, was sich Verbraucher unter idyllischer Biohaltung vorstellen würden.

Aktuell sind in Oranienburg zwei weitere Ställe mit insgesamt 42.000 Legehennen in ökologischer Haltung geplant. Eine Bürgerinitiative versucht diese zu verhindern und wird dabei auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz unterstützt.

Mehr dazu heute abend im rbb-Verbrauchermagazin SUPER.MARKT um 20.15 Uhr.

Pressekontakt:

rbb Aktueller Tisch/Hörfunkkoordination
Masurenallee 8-14
14057 Berlin
Tel. 030-97993-30300
Telefax: +49 30 97993 30309
koordination@rbb-online.de

 in Brandenburger Bioeier aus Massenproduktion

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Grüne Woche 2018: Abschluss 10. Global Forum for Food and Agriculture: Mit nachhaltiger Tierhaltung die Welternährung sichern

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 in Grüne Woche 2018: Abschluss 10. Global Forum for Food and Agriculture:
Mit nachhaltiger Tierhaltung die Welternährung sichern
Rund 70 Agrarminister und Agrarministerinnen nahmen am diesjährigen Global Forum for Food and Agriculture zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche Berlin 2018 teil. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/6600 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei…. mehr

Berlin (ots) – Im Jahr 2050 werden auf der Erde zehn Milliarden Menschen leben. Mit dem Wachstum verändern sich auch die Konsumgewohnheiten. Immer mehr Menschen leben in Städten und eine wachsende Mittelschicht sorgt dafür, dass die Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern rasant steigt. Wie kann es gelingen, die Tierhaltung produktiver zu gestalten, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, gleichzeitig aber das Klima und die knapper werdenden Ressourcen Boden und Wasser zu schonen? Und zudem den Ansprüchen der Verbraucher an hohe Tierschutzstandards gerecht zu werden? Diese Fragen diskutierten über 2.000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in zehn Fachpodien, zwei High Level Panels und einem Wirtschaftspodium auf dem mittlerweile zehnten Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin.

Tierhaltung sichert Existenz von 1,3 Milliarden Menschen

In der Auftaktveranstaltung erinnerte der Generaldirektor des International Livestock Research Institute (ILRI), Jimmy Smith, daran, dass die Tierhaltung weltweit die wirtschaftliche Existenz von 1,3 Milliarden Menschen sichert. Doch Produktionssysteme und Verbrauch unterscheiden sich erheblich: Während jeder Europäer im Durchschnitt jährlich mehr als 70 Kilogramm Fleisch verzehrt, sind es in Afrika gerade einmal acht Kilogramm. Smith warnt davor, den Verzehr tierischer Produkte und die Tierhaltung generell zu verteufeln, wie es immer öfter im globalen Norden passiere: „Eine stärkere Nachfrage nach Fleisch kann in den Ländern des Südens für Einkommen und Arbeitsplätze sorgen“, sagte Smith.

Im High Level Panel der Europäischen Kommission wies der Generaldirektor der UN-Landwirtschafts-und Ernährungsorganisation, José Graziano da Silva, auf die Bedeutung tierischer Proteine für die menschliche Ernährung hin. Viele Menschen in den armen Ländern nehmen zu wenig Eiweiß zu sich; gerade für Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen sei das hochwertige tierische Protein essenziell und nur schwer zu ersetzen. Zudem seien Nutztiere gerade für die Ärmsten der Welt das wichtigste Kapital. Besonders prekär ist die Lage für die nomadisierenden Viehzüchter in der Sahelzone: Der Klimawandel mit seinen sinkenden Niederschlägen lässt die Weideflächen vertrocknen, während wärmeliebende Insekten verheerende Krankheiten auf die Tiere übertragen. Doch verlieren die Pastoralisten ihre Herden und damit ihren Lebensunterhalt, bleibt ihnen oft nur die Migration – in die benachbarten Städte oder auch über das Mittelmeer nach Europa. „Wir müssen den Ärmsten der Armen helfen, ihr Überleben vor Ort zu sichern“, so sein Appell an die Diskussionsteilnehmer.

Tierhaltung bewirkt 14 Prozent der Treibhausgas-Emissionen

Unbestritten ist, dass die Tierhaltung mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden ist: Sie ist für rund 14 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. „Unser nationales Forschungsinstitut hat gezeigt, dass wir Fleisch auch klimaneutral produzieren können“, versicherte der brasilianische Agrarminister Blairo Maggi. Entscheidend dafür sei der Einsatz moderner Technologien bei Tierzucht, Fütterung und Weidemanagement sowie eine kluge Kombination von Ackerbau, Forst und Tierhaltung. Seine Amtskollegin aus Sambia, Dora Siliya, fordert sowohl in der Politik als auch bei den Tierhaltern selbst ein Umdenken: „Sie müssen die Nutztierhaltung nicht nur als ‚way of life‘, sondern als Business betrachten!“ Hierfür will die Ministerin durch bessere landwirtschaftliche Beratung, Finanzierungsmöglichkeiten und eine bessere Anbindung der Produzenten an die Märkte sorgen.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer, dass es keine Pauschallösung für eine effizientere und verantwortungsbewusstere Tierhaltung gibt. So hätten beispielsweise Haltungssysteme, die großen Wert auf das Tierwohl legen, nicht unbedingt automatisch eine bessere Emissionsbilanz, sagte EU-Agrarkommissar Phil Hogan. „Wir müssen die richtigen Anreize für die Landwirte setzen. Wenn die Zahlungen sich an bestimmten Umwelt- und Klimazielen orientieren, bekommen wir auch die Aufmerksamkeit der Bauern“, ist Hogan überzeugt.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

„Die Agrarbranche muss sich darauf einstellen, dass sich die Dinge ändern: Sie müssen all Ihre Geschäftspläne auf Nachhaltigkeit ausrichten, sonst werden Sie vom Markt gefegt“, so die klaren Worte, die Bundesagrarminister Christian Schmidt an die Gäste des Internationalen Wirtschaftspodiums richtete. Der Minister prangerte Produktionsmethoden an, die nur auf schnelles Geld abzielen, aber gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten können, etwa der unverantwortliche Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung, der zur Entwicklung von Multiresistenzen führt. Zudem würden sich Produktionsauslagerungen, die nur auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit abzielen, verbieten, so der Minister weiter. Er rief alle Anwesenden und ihre Berufskollegen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, „dann können wir die Welt auch ernähren.“

Das Internationale Wirtschaftspodium, das im Rahmen des GFFA traditionell von der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet wird, sollte klären, welche Rolle dabei der Handel spielen kann und wie die Nahrungsmittel-Lieferketten verbessert werden können. Während der Vizegeneraldirektor der Welthandelsorganisation, Alan Wolff, die Vorteile offener Märkte betonte und Bernd Naaf, Kommunikationsleiter bei der Bayer AG, den zunehmenden Protektionismus in bestimmten Märkten als „potenziell verheerend für Länder mit niedrigem Einkommen“ bezeichnete, warnte der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Till Wahnbaeck davor, Freihandel als Allheilmittel zu propagieren. „Wir dürfen unsere Freihandelsregelungen nicht Märkten auferlegen, die sich gerade entwickeln und noch nicht konkurrenzfähig sind; hier kann ein Schutz für eine gewisse Zeit durchaus angebracht sein“, betonte Wahnbaeck. Als Beispiel nannte er das westafrikanische Land Burkina Faso, in dem Kleinbauern und Pastoralisten versuchten, Absatzmärkte für ihre Milch aufzubauen, sich aber kaum gegen die Konkurrenz des zu Niedrigpreisen importierten Milchpulvers behaupten können.

Der Vorsitzende der Task Force „Agrarmärkte“ der EU-Kommission, Cees Veermann, setzte sich für mehr Markttransparenz und eine Stärkung der Position der Erzeuger ein, indem sie die Möglichkeit erhalten, ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. „Wir müssen die Vorschriften für Kooperationen und das Wettbewerbsrecht klar fassen, damit die Landwirte sich rechtlich abgesichert zusammenschließen können“, so der Hochschulprofessor und ehemalige Agrarminister der Niederlande.

Landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten bieten gerade mit Blick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit im globalen Süden großes Potenzial, doch die jungen Menschen kehren der Branche den Rücken – zu risikobehaftet, zu regelbelastet, zu wenig lukrativ, so die Direktorin des Internationalen Handelszentrums (ITC), Arancha González. „Wir müssen dafür sorgen, dass Landwirtschaft wieder cool ist“, lautete ihr Aufruf an ihre Mitstreiter. „Nichts ist so cool wie Rentabilität“, lieferte der Präsident des Weltbauernverbands (WFO), Theo de Jager, gleich das passende Rezept. Die Realität der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sei davon jedoch zumindest in Afrika weit entfernt – mit durchschnittlichen Betriebsgrößen von unter einem Hektar, Maiserträgen von weniger als einer Tonne pro Hektar und einem Erlös von 0,50 US-Dollar am Tag. Was der Sektor brauche: Mechanisierung, Modernisierung, Kommerzialisierung.

Minister fordern nachhaltige und leistungsfähige Tierhaltung

Den politischen Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung bildete die 10. Berliner Agrarministerkonferenz – die weltweit größte ihrer Art. Landwirtschaftsministerinnen und -minister aus 69 Staaten sowie Vertreter der EU-Kommission und zahlreicher internationaler Organisationen waren auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt nach Berlin gekommen, um auf der Basis der vorangegangenen Diskussionen Eckpunkte für eine nachhaltige und leistungsfähige Tierhaltung festzuklopfen.

In ihrem Abschlusskommuniqué rufen die Regierungsvertreter ihre Amtskollegen und alle internationalen Organisationen zum Handeln auf. Sie sollen sich einsetzen für

   - die Gewährleistung der globalen Ernährungssicherung, unter 
     anderem durch eine effizientere und nachhaltige Erzeugung und 
     einen besseren Zugang zu tierischen Lebensmitteln;
   - die Verbesserung der Existenzgrundlage der Nutztierhalter, indem
     sie eine gewichtigere Stellung in den Wertschöpfungsketten 
     erhalten und Arbeitsbedingungen vorfinden, die den Normen der 
     Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entsprechen;
   - den Schutz von Klima, Umwelt und Ressourcen, indem sie 
     ressourceneffiziente Agrarsysteme sowie den Wissensaustausch zur
     Reduzierung von Emissionen aus der Tierhaltung fördern;
   - die Verbesserung von Tiergesundheit und Tierwohl, unter anderem 
     durch einen besseren Zugang zu Veterinärmedizin und -beratung. 
     Einhellig fordern die Ministerinnen und Minister, die Entstehung
     von Antibiotikaresistenzen zu verhindern und hierfür gegen einen
     unnötigen Einsatz der Mittel in der Tiermast vorzugehen. 

Mit dem Kommuniqué verpflichten sich die Agrarministerinnen und -minister gleichzeitig, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die 2015 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet wurde, aktiv zu unterstützen. Zum Abschluss der Konferenz übergab Bundesminister Christian Schmidt das Kommuniqué an die Generaldirektorin der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), Monique Eloit, und den Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), José Graziano da Silva.

Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) wird seit 2009 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche veranstaltet. Auf der hochkarätigen Konferenz treffen sich Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt, um über zentrale Zukunftsfragen der globalen Landwirtschaft und Welternährung zu diskutieren. 135 der 199 Länder der Welt haben bereits am GFFA teilgenommen. In diesem Jahr stand die Konferenz unter dem Motto „Die Zukunft der tierischen Erzeugung gestalten – nachhaltig, verantwortungsbewusst, leistungsfähig“.

Pressekontakt:

Messe Berlin GmbH
Wolfgang Rogall
Stellv. Pressesprecher
und PR Manager
Messedamm 22
14055 Berlin
T +49 30 3038-2218
rogall@messe-berlin.de

 in Grüne Woche 2018: Abschluss 10. Global Forum for Food and Agriculture:
Mit nachhaltiger Tierhaltung die Welternährung sichern

Grüne Woche 2018: Abschluss 10. Global Forum for Food and Agriculture:
Mit nachhaltiger Tierhaltung die Welternährung sichern firma kaufen